Vom Frieden in der Musik

Unter dem Motto “peace pieces” startet am Samstag das „mensch.musik.festival“ der Musikhochschule Münster. Am 17. und 18. November gestalten die Studierenden ein Wochenendprogramm von „Krieg und Frieden“ bis zum „Frieden mit sich selbst“, von Klassik bis Pop. Auf verschiedenen Wegen vermitteln sie dem Publikum ihre eigenen Vorstellungen der Thematik. Rund 22 Stunden Musik werden dieses Wochenende im bahnhofsnahen Gebäude erklingen.

V.l.: Bastian Windisch, Laura Albert, Anna Schreiner, Danijel Tropčić - Studierende der Universität Münster, die das "mensch.musik.festival" mitgestalten. Foto: Ignacio Gonzalez
V.l.: Bastian Windisch, Laura Albert, Anna Schreiner, Danijel Tropčić - Studierende der Universität Münster, die das "mensch.musik.festival" mitgestalten. Foto: Ignacio Gonzalez

Eine außergewöhnliche Umsetzung hat das Ensemble um Laura Albert, Danijel Tropčić (beide studieren klassischen Gesang), Anna Schreiner und Bastian Windisch (beide studieren Klavier) geplant. Im Interview erzählt Danijel von ihrem Vorhaben: „Réconsiliation“ lautet der Titel des Konzertes, es gehe um das Dilemma der Entscheidung zwischen Herz und Verstand, zwischen Versuchung und Vernunft, zwischen Leben und Tod.
Ausgangspunkt der Inszenierung ist ein von Danijel Tropčić verfasstes Gedicht, welches versweise in das Konzert eingebaut wird. „Durchflute und erfülle erstes und letztes Licht der Liebe“ lauten einige Worte daraus. Es beschreibt das Leid von zwei verliebten Menschen, die ihre Liebe nicht leben dürfen. Die beiden befinden sich in einem unlösbaren Dilemma, das sie vor eine schwierige Entscheidung stellt – und die schließt nicht einmal den Tod aus. Das Ende der Geschichte, das verrät Danijel, sei vor allem: ungewöhnlich.

Der klassischen Literatur bemächtigt, bastelte Tropčić eine Sammlung aus Werken zusammen, die in Einklang mit dem Gedicht eine sinnvolle Vervollständigung beider Elemente darstellen soll. Die musikalische Umsetzung der Geschichte erfolgt in Form eines Medleys aus Liedern, Arien und Duetten verschiedener Komponisten, darunter Giuseppe Verdi, Claude Debussy, Charles Gounod, Gaetano Donizetti und Giacomo Puccini.

„Die miteinander verwobenen Melodien erzählen eine Geschichte, die in jedem vom uns erklingt. Sehnsucht, Furcht und Versöhnung.“

Den Rahmen um das Programm bildet die finale Melodie aus der Oper Otello: Sie eröffnet das Konzert und wird kurz vor Ende noch einmal wiederkehren. Das Ensemble der ausgewählten Stücke ist bemerkenswert, stammen sie doch aus höchst verschiedenen Zusammenhängen. Das Konzert wird am Samstag um 14 Uhr im Konzertsaal der Hochschule den Startschuss des Wochenendes voller „peace pieces“ bilden.
Gleich im Anschluss tritt Bastian Röstel mit einem Programm mit Musik und Schauspiel auf. „Der Tod an das Leben“, so Röstel, sei dunkel, skurril und verführend.

„Ein Programm für all die, die einen gut gemeinten Tritt in den Hintern brauchen in Sachen Lebensfreude.“

Am frühen Abend gibt es unter anderem Jazz vom Nordstern-Quartett und ein Konzert der Hip-Hop-Combo „Götz Al-mann“, die mit ironischen Texten spielt. Nach den „klassischen“ Konzerten soll getanzt werden: Das Duo Sonorous, Abletonia und der Elektro-DJ Felix Flögl mischen am Samstagabend Sample-Sounds und Elektro-Mugge mit instrumentalen Features.

Freundschaften zwischen J.S. Bach, Stockhausen und weiteren unterschiedlichen Komponisten sind das Thema am Sonntag. Außerdem singt ein Chor Ausschnitte aus dem Werk „Move Him into the Sun“ von Marion Wood.
Den Abschluss bilden ein großes Celloensemble, der Hochschulchor und das Blechblasensemble „Galaxy Brass“, die unter anderem Werke des Cellisten Paul Tortelier interpretieren werden.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter www.uni-muenster.de.