Klassikführerschein: Erster Gang, Vollgas!

© Barbara Volkwein, Dortmunder Philharmoniker

© Barbara Volkwein, Dortmunder Philharmoniker

 

Was macht so ein Dirigent eigentlich ganz genau? Wie wird aus der Idee ein Konzert? Hat Schubert etwa die Unvollendete absichtlich nicht fertig geschrieben? Solche und viele ähnliche Fragen stellt sich fast jeder Klassikliebhaber. Aber auf eigene Faust nach den Antworten zu suchen ist mühsam. Deshalb schaffen die Dortmunder Philharmoniker jetzt Abhilfe: Mit dem „Klassikführerschein“, der am Montagabend in die erste Runde ging, haben 20 Teilnehmer die Chance ergriffen, die Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Unsere Autorin Ilka Seuken wollte sich das nicht entgehen lassen.

„Guten Abend, ich bin heute ihre Fahrlehrerin!“ Herzlich und mit einem Augenzwinkern werden wir von Musikvermittlerin Barbara Volkwein vor dem Künstlereingang des Dortmunder Konzerthauses begrüßt und bekommen erst einmal einen Stapel Blätter in die Hand gedrückt. „Aha, die ersten Hausaufgaben“ wird gelacht. Dann geht es rein in das Heiligtum der Dortmunder Klassik und wir haben die Möglichkeit, erste Backstage-Eindrücke zu sammeln.

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Kurz darauf, in geselliger Runde im Bistro des Konzerthauses, erzählen die Teilnehmer, warum sie sich für den Klassikführerschein entschieden haben. Den einen fehlt sonst einfach immer die Zeit, sich mit gehörten Werken in Ruhe auseinander zu setzen. Andere freuen sich auf eine gute Mischung zwischen Konzert hören und Konzertwesen erleben: „Ich würde gerne sehen, wie sich so ein Stück entwickelt, bevor es im Konzert zur Aufführung kommt“, erklärt eine Teilnehmerin. Wieder andere sind hauptsächlich für den Blick hinter die Kulissen hier: „Ich bin erklärter Gabriel-Feltz-Fan und finde es super interessant, ihn beim Arbeiten zuzuschauen.“

Nach der Vorstellungsrunde geht es dann direkt ans Eingemachte. Eine Stunde lang fließt geballtes Wissen über den Alltag eines Orchesters aus Barbara Volkwein. So lernen wir zum Beispiel, was ein Orchesterinspizient macht oder dass der Dirigent nur einen Dirigierstab braucht, um auch bis in die letzte Reihe vom Orchester gesehen zu werden. Auch dass ein Cello mehr als ein Kleinwagen kosten kann, war uns vorher noch nicht klar.

Abgerundet wird das erste „Modul“ des Klassikführerscheins dann mit einem Probenbesuch. Einen Tag vor dem ersten Philharmonischen Konzert der Saison proben die Dortmunder Philharmoniker im Konzerthaus in großer Besetzung Tschaikowsky, Berg und Schubert. Endlich erleben wir nun also auch die Musiker und ihren Dirigenten in Aktion und sind ganz fasziniert von der detaillierten Kleinarbeit, die vom Generalmusikdirektor gefordert wird.

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Fazit: Begeisterte Teilnehmer bestätigen den Erfolg des Auftaktes. Fünf Treffen auf das ganze Jahr verteilt wird es insgesamt geben, inklusive vier Konzertbesuche, Gespräche mit den Musikern und dem Dirigenten und vieles mehr. Wir sind gespannt, was wir sonst noch alles lernen und erleben dürfen.

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