Der 250. Geburtstag – Dinner for Six

Wahnsinn, auf so eine Party war ich noch nie eingeladen! Sechs Mal 250 Jahre! Ich bin sehr gespannt. Die Musik ist schon mal gut. Im Flur treffe ich Anton. „Du kommst gerade rechtzeitig, Ferdinando gibt gerade einen zum Besten!“ Er drückt mir ein Bier in die Hand und zieht mich ins Wohnzimmer. Tatsächlich! Gerade verklingen die letzten Akkorde auf der Gitarre und alle Gäste applaudieren begeistert. Anton beugt sich zu mir rüber. „Das Buffet ist in der Küche, Getränke stehen auf dem Balkon. Amüsier dich!“ Er klopft mir auf die Schulter und setzt sich zu Georg auf’s Sofa, der offenbar schon das Buffet geplündert hat.

Auf dem Weg in die Küche quetsche ich mich an einer jungen Frau vorbei, die aufmerksam einem Mann zuhört, der sich offenbar über irgendetwas aufregt. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass die dachten, die wäre nicht von mir.“ Fast in der Küche angekommen, drehe ich mich nochmal um – ist das nicht? Klar, der Friedrich! Hätte ihn fast nicht erkannt. Die junge Frau tut entrüstet: „Deine Symphonie?! Gibt’s ja nicht!“ Ich stehe etwas unentschlossen vor den aufgebauten Köstlichkeiten, als Christian reinkommt und sich etwas Eis aus dem Gefrierschrank holt. „Hey, schön, dass Du da bist!“ Kling-klong, lässt er die Würfel in sein Glas fallen. „Den Kartoffelsalat würd’ ich Dir nicht empfehlen, aber die Blätterteigschnecken sind der Hammer!“ Ich will noch etwas erwidern, da ist er auch schon wieder weg.

Mit gefülltem Teller zurück im Wohnzimmer, setze ich mich zu Anton und Georg auf’s Sofa. Ich beglückwünsche sie zu dieser außergewöhnlichen Feier und bedanke mich für die Einladung. „Es wär’ noch viel größer geworden“, winkt Georg ab. „Aber es haben ja auch noch so viele abgesagt. Artem Wedel, der feiert in Kiew. Max Keller muss irgendwo eine Messe spielen und Joseph hat ‘ne Mucke mit seinem Streichquartett.“ Joseph? „Joseph Antoine Lorenziti! Und Hegel und Hölderlin hatten schon was Eigenes geplant. Die schmeißen wohl ‘ne Party in Tübingen.“ Trotzdem, gelungener Abend! Es klingelt. „Ah, das wird der Peter sein!“ Anton springt auf. Die Blätterteigtaschen sind wirklich lecker. Ferdinando dreht die Musik lauter und Georg prostet mir zu. Aber, sag mal, wo ist eigentlich Ludwig? „Ach, der meinte nur, er kann nicht. Hatte wohl schon was anderes vor.“

Die Gastgeber

Anton Reicha

Johann Christian Heinrich Rinck

Georg Abraham Schneider

Ferdinando Carulli

Friedrich Witt

Peter Hänsel

Hintergrundbild: Adi Goldstein

Beitragsbild: Rebecca Meinke