Ton des Monats Dezember

text C

„Süßer die Glocken nie klingen, als zu der Weihnachtszeit…“ Im Kölner Dom ertönt Weihnachten in einem tiefen C. Der dicke Pitter, oder offiziell auch die St. Petersglocke, wird nur zu besonderen Anlässen und hohen kirchlichen Feiertagen – wie Weihnachten es nun mal ist – geläutet. Die erste Glocke im Dom zu Kölle klingt, wenn ihre 24 Tonnen erstmal in Schwung gekommen sind, ganze 170 Sekunden. Man spürt die voluminösen Schwingungen des dicken Pitters, wenn er in Fahrt ist: Zusammen mit seinen Schwesterglocken ertönt der C-Dur-Akkord und eine eingebettete Melodie auf „g-a-h“. So entsteht ein unverwechselbarer Klang, für den die Menschen von Nah und Fern nach Köln reisen.

© Ralf Stamm / flickr
© Ralf Stamm / flickr
      Der-dicke-Pitter-St.-Petersglocke

Am Heiligabend im Jahre 1924 sollte die St. Petersglocke eingeweiht werden. Mit großen Erwartungen kamen die Kölner zum Dom gepilgert. Schließlich hatte es mehrere Wochen gedauert, bis sie in 53 Metern Höhe hing. Doch dann passierte das Unfassbare: Nach den ersten drei Tönen riss das Seil der Läutemaschine und es musste lange an Klöppel und Aufhängung gebastelt werden, bis im Oktober 1925 endlich alle Domglocken gemeinsam klingen konnten.

© tin.G / Flickr
© tin.G / Flickr

Leuchtende Kinderaugen, Tannenduft und Geschenke: Oftmals wird mit dem Schellen einer Glocke auch der Heilige Abend und damit die Bescherung eingeleitet. So denken wir bei diesem silbrigen Klang unweigerlich an den Weihnachtsmann, und wenn es nur der aus Schokolade ist. Zwar kann kein Glöckchen mit dem tiefen C des dicken Pitters mithalten, und doch verbindet uns das Läuten mit der Weihnacht, ob im großen Kölner Dom oder im heimischen Wohnzimmer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.