Ton des Monats März

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Das Klingeln einer alten Registrierkasse auf dem Ton fis³, Geldgeklimper und das Geräusch eines Spielautomaten. So fängt das Lied „Money“ von Pink Floyd an und es wiederholt sich im Loop, bis der Gesang einsetzt. Die Geräusche des Anfangs verdeutlichen den Inhalt: Es geht um Geld. „Money it’s a hit“ und „Money it’s a crime“ singt Frontmann David Gilmour und schildert die Freude am eigenem Reichtum, die Gier nach Geld und Macht und die Vergänglichkeit, die damit einhergeht. Die Idee für das Intro mit den Geldgeräuschen kam von Bassist Roger Waters, der nach einem Weg gesucht hat, der die Lyrics am besten versinnbildlicht. Dafür nahm er das Geräusch von Münzen und Papier auf, die in einem Mixer geschüttelt wurden. Schlagzeuger Nick Mason bohrte für das Intro Löcher in Münzen und fädelte sie auf eine Schnur. Ein anderes Geräusch entstand durch Münzen, die auf den Studioboden geworfen wurden.

„In der Musik sollte es uns genügen, unsere Ohren zu öffnen. Musikalisch gesehen kann alles in unser Ohr eindringen, das für alle Töne offen ist. Nicht nur die Musik, die wir schön finden, sondern auch die Musik, die das Leben selbst ist.“ John Cage

John Cage bezeichnet das ganze Leben als Musik, jedes Geräusch kann Musik und interessant sein. Ihm geht es bei Klängen und Geräuschen eher um ein Geschehenlassen und um Zufälligkeit als darum, ganz bestimmte Klänge einzufangen. So auch bei seiner Komposition „Landscape no. 4“ (1951) für 12 Radios, 24 Ausführende und einen Dirigenten. Zwei Ausführende teilen sich ein Radio und verändern Sender, Lautstärke und Tonhöhe. Aus den Klängen der Lautsprecher hört man Knistern, Rauschen, gelegentlich einen Moderator oder eine Melodie. Es entsteht eine Mischung des Alltäglichen.

Während John Cage zufällige Geräusche einfangen wollte, versuchte der italienische Komponist Luigi Russolo Geräusche zu imitieren. Dazu entwickelte er auch Instrumente, die bestimmte Klänge erzeugen sollten. Er veröffentlichte bereits 1913 das Manifest „Die Kunst der Geräusche“. Darin untersucht er – ausgehend von den Geräuschen der modernen Großstadt und Maschinen – die Umsetzung von Geräuschen in der Musik. Sein Werk „Risveglio di una Citta” („Das Erwachen einer Stadt“) erinnert an urbane Geräusche und Fabriklärm.

 

Aber wie hören sich die Geräusche des 21. Jahrhunderts an? Das Konzerthausorchester Berlin imitiert die Geräusche des Großstadtlebens mit klassischen Instrumenten. Hier eine Hommage an die Berliner Currywurst: